{"id":773,"date":"2010-09-13T12:50:14","date_gmt":"2010-09-13T10:50:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.omniro.de\/Gipfelbuch\/blog-jr\/?p=773"},"modified":"2010-09-13T18:32:27","modified_gmt":"2010-09-13T16:32:27","slug":"hohenstein-7","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.omniro.de\/Gipfelbuch\/blog-jr\/2010\/09\/hohenstein-7\/","title":{"rendered":"Hohenstein"},"content":{"rendered":"<p>Schon kommt es mir wie ein Saisonabschlu\u00df vor, dabei ist es Anfang September. Aber mein Terminplan f\u00fcr die Wochenenden sagt mir, dass ich erst im Oktober wieder Zeit habe. Abends wird es schon zu fr\u00fch dunkel, um nach der Arbeit noch an irgendeinen Fels zu fahren. Der n\u00e4chste ist immerhin eine Autostunde entfernt. Nach den Wetterkapriolen der letzten Wochen freuen Holger und ich uns wieder drau\u00dfen am Fels zu klettern.<\/p>\n<p>Wie nicht anders zu erwarten sind wir nicht die einzigen am Hohenstein, aber wie auch wieder zu erwarten, kamen die meisten schon morgens und ziehen dann schon ab, wenn wir die Nachmittagsschicht \u00fcbernehmen.<br \/>\nDa die meisten Routen belegt sind klettern wir die <strong>direkte Speckplatte 5+<\/strong>. Den neuen 4er Camolot muss ich nat\u00fcrlich ausprobieren. Kein Riss ist gro\u00df genug. Endlich finde ich ein Loch, wo er hineinpasst und dann auch noch bombensicher h\u00e4lt. Klasse &#8211; das Teil hat sich schon gelohnt! Ok, von 0,5 bis 2 h\u00e4tte ich in der Umgebung alles setzen k\u00f6nnen und sogar n\u00e4her an der Route, aber so ein fetter Friend sieht einfach gef\u00e4hrlich gut aus \ud83d\ude42 Mein Gott, wie schwer die Route sein muss, wenn man so ein Teil zur Sicherung versenkt. Zu meiner Erheiterung hat eine Frau wohl genau das gedacht. Wir kamen irgendwann ins Gespr\u00e4ch und sie meinte, die Route h\u00e4tten sie schon morgens geklettert, aber Probleme gehabt &#8211; sie hatten halt nicht so einen gro\u00dfen Friend. Ich habe mich bald weggeschmissen vor Lachen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"Hohenstein bei Reichenbach\" src=\"http:\/\/www.omniro.de\/Gipfelbuch\/blog-jr\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/2009-11-20_11-36-56-Hohenstein-IMG_7016.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Die einzige Schwierigkeit der Route liegt am Ausstieg, da fehlen mir zwei Zentimeter um direkt vom letzten Standplatz auf die Kante zu greifen. Holger konnte das und kletterte da ganz locker, wo ich mich \u00fcber den linken Felsbrocken m\u00fchen musste.<\/p>\n<p>Die Route gingen wir noch ein paar Mal und wechselten dann auf den <strong>Weg der Jugend 5-<\/strong>. Eine Gruppe von Leuten blockierte die Route immer noch und erst als ich fragte, meinte eine Frau, sie klettere noch hoch, um abzubauen. Es kotzt mich an. Warum lassen die Leute stundenlang Seile in der Wand h\u00e4ngen, weil Kind A oder Frau B &#8220;nachher&#8221; ja noch mal klettern wolle. Hey, dann zieht man es halt noch mal ein. Egoisten!<\/p>\n<p>Auch im Weg der Jugend nahm ich die Friends mit, aber der unterste Haken war diesmal leicht zu erreichen und die Griffe gut. Im Fr\u00fchjahr war es hier nass und ich setzte lieber eine Sicherung in drei, vier Meter H\u00f6he. \u00dcberhaupt habe ich mittlerweile auf den ersten 4 Metern mehr Respekt. Oft sind da noch keine Haken und eine eigene Sicherung auf drei Meter ist bis zum n\u00e4chsten Haken immer f\u00fcr einen Grounder gut. Da hab ich keinen Bock drauf.<\/p>\n<p>Dementsprechend suche ich immer noch nach einer L\u00f6sung im\u00a0<strong> direkten kleingriffigen W\u00e4ndchen 5+<\/strong>. Nach dem gro\u00dfen Riss auf ca. 3 Meter kommt erst beim\u00a0 5ten oder 6ten Meter der Haken. Wenn es einem auf diesen zwei Metern raushaut landet man auf dem Boden. Die Wand in der direkten Linie bietet kein Loch oder Riss, der einen Keil oder Friend zu l\u00e4sst. So haben wir heute die zwei Meter ausgebouldert und gesucht und ger\u00e4tselt. Ich hatte im breiten Riss, weit rechts des Naturschutzschildes einen 2er Friend gesetzt. Den kann man von unten ganz gut setzen, aber w\u00e4hrend der Aktion ist einem der Grounder gewiss. Holger fand dann noch eine Stelle f\u00fcr einen 0,5er im Riss auf 3 Meter H\u00f6he. Zumindest hat man so auf dem Weg nach oben etwas Sicherheit &#8211; wenn man beim klippen des einzigen Hakens jedoch f\u00e4llt, nutzt der 0,5er nichts. Wieder ein Grounder. Irgendwie doof. Eine echte L\u00f6sung haben wir immer noch nicht. Ok, es geht auch ganz ohne. Im zweiten Durchgang bin ich direkt zum Haken geklettert &#8211; aber die Berichte von Leuten, die in einfachen Routen zu Tode gest\u00fcrzt sind, weil sie erst in 6,7,8,9 Metern den ersten Haken nutzen wollten, mehren sich. Nene, ich m\u00f6chte nicht der beste Kletterer werden, aber vielleicht der \u00e4lteste. Durch den von Svenja gefunden Untergriff neben dem Naturschutzschild ist die Route danach sehr einfach.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend musste ich mich beeilen, da ein gemischtes P\u00e4rchen sich vom \u00dcberhang abseilen wollte. Zumindest diskutierten sie das (konnten nach eigenen Angaben gerade 6 klettern und wollten eigentlich nur den unteren Teil klettern). Also Speed den Weg der Jugend hoch und auf den \u00dcberhang, um Toprope einzuh\u00e4ngen. Eigentlich wollte ich den <strong>direkten \u00dcberhang 7<\/strong> heute im Vorstieg angehen &#8211; im Nachhinein bin ich froh es nicht gemacht zu haben. Die Griffolge war mir nicht mehr ganz bekannt und so h\u00e4tte ich mich schon im ersten Versuch zerschossen.<br \/>\nHolger startete zuerst und versuchte sein Gl\u00fcck \u00fcber Links. So hatten wir es bei unserem letzten gemeinsamen Klettern hier probiert. Aber der Weg kostet zu viel Kraft. Nach drei Versuchen brach er ab. Ich ging dann mehr \u00fcber die Mitte, aber auch \u00fcber die &#8220;Sprungschanze&#8221;, dem Felsvorsprung an der linken Seite. Wenn man unter diesem Vorsprung h\u00e4ngt, kann man mit der rechten Hand \u00fcber die &#8220;Sprungschanze&#8221; greifen und bekommt so ein paar gute L\u00f6cher vor der r\u00fcckw\u00e4rtigen Wand f\u00fcr drei Finger\u00a0 zu greifen. Mit diesem Griff\u00a0 dann die F\u00fc\u00dfe hoch nehmen, aufstellen und mit Links auf halber H\u00f6he weit am Rand einen super Griff packen, nach links umsetzen und mit Rechts den Riss und dem letzten \u00dcberhang. Links dazu nehmen und mit rechts den Mittelgriff packen. Links dazu, jetzt den Fu\u00df auf die &#8220;Sprungschanze&#8221;. Bei den ersten Versuchen habe ich nun immer versucht dynamisch an den kleinen Knubbel unter der obersten Kante zu kommen und von dort den letzten Griff zu packen. Aber da fehlten immer zwei Zentimeter. Beim vierten Versuch hatte ich den letzten Griff zwar, rutschte aber ab. \u00c4rgerlich. Pause.<\/p>\n<p>Holg versuchte sich dann und diesmal kam er bis an den letzten Riss, hatte aber das Seil ganz bl\u00f6de und klemmte zwischen Seil und Fels. Ein fetter Bluterguss war die Folge.<br \/>\nJetzt ich nochmal hoch und diesmal rascher, &#8220;Sprungschanze&#8221;, nicht \u00fcber links, sondern direkt an den letzten Riss (wobei ich gar nicht mehr wei\u00df, ob ich den linken Griff nutzte oder ein andere L\u00f6sung hatte) den Doppelgriff in der Mitte, F\u00fc\u00dfe nachgezogen, zum Knubbel und letzter Griff. Und dann die Kante rechts &#8211; Schitt rund, ok links nachsetzen und jepp, jetzt nur noch hochdr\u00fccken und Arsch \u00fcber die Kante, Schitt, habe mich im Seil verfangen, dass mir \u00fcber die linke Schulter h\u00e4ngt und mich nach unten zieht, ich komme nicht weiter, weil Holger das Seil auf Spannung hat. &#8220;HOOOOOLGER &#8211; SEEEEIL&#8221; &#8211; Ich springe \u00fcber die Kante und stehe schnaubend auf dem Dach. Na also, geht doch. Der Herr am Seil nebenan meinte sp\u00e4ter nur trocken: &#8221; Sah echt dramatisch aus&#8221; Die Ironie war nicht zu \u00fcberh\u00f6ren. Aber mich h\u00e4tte es ge\u00e4rgert an der Stelle noch abzuschmieren. Danke Holger, gut reagiert!<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg \u00fcberlegte ich lange, ob ich \u00fcberhaupt den richtigen Weg gehe oder es doch eine geradlinige Variante \u00fcber den \u00dcberhang gibt. Im Topo ist die Linie gerade nach oben gezeichnet, den Weg, den wir gehen, geht ein paar Griffe links der Mitte, um dann wieder \u00fcber die Mitte zu gehen. Merken &#8211; ausbouldern &#8211; n\u00e4chstes Mal<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon kommt es mir wie ein Saisonabschlu\u00df vor, dabei ist es Anfang September. Aber mein Terminplan f\u00fcr die Wochenenden sagt mir, dass ich erst im Oktober wieder Zeit habe. Abends wird es schon zu fr\u00fch dunkel, um nach der Arbeit noch an irgendeinen Fels zu fahren. Der n\u00e4chste ist immerhin eine Autostunde entfernt. 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