{"id":958,"date":"2011-05-22T17:40:58","date_gmt":"2011-05-22T15:40:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.omniro.de\/Gipfelbuch\/blog-jr\/?p=958"},"modified":"2011-05-30T13:31:31","modified_gmt":"2011-05-30T11:31:31","slug":"frankische-schweiz-graischer-bleisteinwande","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.omniro.de\/Gipfelbuch\/blog-jr\/2011\/05\/frankische-schweiz-graischer-bleisteinwande\/","title":{"rendered":"Fr\u00e4nkische Schweiz &#8211;  Graischer Bleisteinw\u00e4nde"},"content":{"rendered":"<p>Vielleicht wollte ich dem Schnarchen entgehen, vielleicht war mir nur kalt. Die zwei Slivovicz und die gesch\u00e4tzten 3 Bier waren ein zuviel. Mit dicken Kopf zu klettern macht die Sache nicht leichter. Wir kommen bei strahlendem Sonnenschein an den Graischer Bleisteinw\u00e4nden an. Das Gewitter von gestern Abend hat den Fels nicht na\u00df zur\u00fcckgelassen. \u00dcber Nacht ist wieder alles abgetrocknet. Wir stehen im Wald und bewundern die Wand. Der <strong>Neunhofer Turm<\/strong> (10M) lacht uns an. Wir sind die ersten hier, also w\u00e4hlen wir ihn. Irgendwas mit 4 steht im F\u00fchrer. Ich steige los, Holger hat sich des steilen Gel\u00e4ndes wegen am Fu\u00df selbst gesichert. Nach wenigen Metern und noch kein Haken in Sicht, ist mir klar: Das wird schwierig. Entweder der Alkohol oder die Route. Eins von beiden liegt mir nicht. Ich q\u00e4ule mich nach oben, bin froh, endlich geclippt zu haben, jetzt wirds einfacher und macht richtig Spa\u00df. Ich stehe auf der Felsnadel, breite die Arme aus und hoffe, dass das Ding nicht ausgerechnet heute der Meinung ist abzubrechen. Irgendwie kein sch\u00f6nes Gef\u00fchl. Sp\u00e4ter lesen wir, dass die <strong>Talseite 6-<\/strong> mit 6- bewertet ist. Kein Wunder, dass es nicht ganz so einfach war.<\/p>\n<p>Am hinteren Fels dann die <strong>Alles Banana 5<\/strong>. Auch hier tue ich mir schwer. (Mir ist soooo schlecht) und wuchte mich \u00fcber den \u00dcberhang. Das ist doch mindestens eine 6!. Holger geht dann ganz locker um den \u00dcberhang vorbei. Aha, so k\u00f6nnte man das auch machen? H\u00e4tte ich auch drauf kommen k\u00f6nnen. Mir ist immer noch schlecht.<\/p>\n<p>Die <strong>Hasardeur 6<\/strong> kommt mir dann viel leichter vor. Rechts an der Wand entlang, oben queren zum Umlenker. Schon komisch, wie hier bewertet wird.<\/p>\n<p>Wie ziehen weiter. Durch einen Durchgang, auf die andere, dann einem Weg entlang zur Ostseite.<\/p>\n<p>Ostseite (Graischer Bleisteinw\u00e4nde 4)<\/p>\n<p>Eine Gruppe kommt zeitgleich mit uns an und wir w\u00e4hlen den Fuchsweg. Der nette Herr nebenan stuft sie als 6- ein. Ich schaue nicht gro\u00df ins Buch und klettere los. Hoher erster Haken &#8211; das scheint hier normal zu sein &#8211; ich lege eine Friend auf 4 Meter. Dann kommt die sch\u00f6nste Kletterei am ganzen Tag. Unmengen von Griffen, L\u00f6chern, Tritten. Klasse. Am vorletzten Haken \u00e4ndert sich das und ich k\u00e4mpfe mich rechts am letzten Haken zum Sauschwanz. Fluche muntre vor mich hin. Was soll jetzt das. Irgendwas mit 7 mu\u00df das sein!\u00a0 Im Buch finden wir dann, dass <strong>Fuchsweg 6-<\/strong>, <strong>Direktausstieg 6+<\/strong>, sich in den ersten Teil und den Direktausstieg als 2ten Teil untergliedert. Na Danke. H\u00e4tte er auch sagen k\u00f6nnen. Aber egal. Sp\u00e4ter steigt der Nachbar die Route und w\u00e4hlt ab obersten Haken einen linken Weg, der sehr viel einfacher ist. Ein hocher Griff, rechtes Bein anstellen. Fertig. Ich bin bedient. Hier werde ich nur vorgef\u00fchrt \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Die <strong>Freistunde 6<\/strong> h\u00e4lt dann was sie verspricht. Genu\u00dfkletterei und einfach bis oben. Unten ein hoher erster Haken und keine M\u00f6glichkeit selbst zu sichern. Langsam gew\u00f6hne ich mich daran.<\/p>\n<p>Eine letzte einfache Route zum Abschlu\u00df &#8211; der Hunger treibt mich in irgendein Cafe &#8211; wir wechseln zum hinteren Fels. Der <strong>Halbmondriss 6<\/strong>.<br \/>\nOffenbar geistig umnachtet schaffe ich es das dritte Mal an diesem Wochenende die falsche Route zu gehen. Statt der einfachen 6 gehe ich die <strong>Nordverschneidung 7<\/strong> und erlebe mein Waterloo. M\u00fcde war ich eh schon, Hunger hab ich auch. Im unteren Teil habe ich schon Schwierigkeiten zu clippen, im oberen Drittel stehe ich auf zwei kleinsten Leisten, ein schlechter Slooper mit Links und dann clippen. Die Panic-Exe einem M\u00e4dchen geliehen. Die Beine fangen an zu zittern, der letzte Haken 2 Meter unter mir und der Sturzraum nicht einladend. Die Beine zittern st\u00e4rker. Ich fasse nach einem anderen Griff, fass noch mal nach, die Beine zittern jetzt extrem, der ganze K\u00f6rper wackelt. Ich schreie mir meine Frust aus dem Leib und \u00e4rgere mich, dass mein K\u00f6rper nicht funktioniert. Das Zittern wird extrem. Ich clippe endlich, bin na\u00dfgeschwitzt, \u00e4rgere mich \u00fcber meine Unf\u00e4higkeit und bin gleichzeitig stolz, nicht gest\u00fcrzt zu sein. Geht doch. Der Rest ist einfacher.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter im F\u00fchrer erkenne ich, warum die Route so schwer war.<br \/>\nNa, wenn ich so fertig noch eine 7- packe, kann es nicht ganz so schlecht gewesen sein. Immer positiv denken.<\/p>\n<p>Wir gehen ins Tal, freuen uns noch an dem sch\u00f6nen Wetter, und schaffen es gerade noch so vor einem m\u00e4chtigen Gewitter in der Sachsenm\u00fchle einzukehren. Die zwei St\u00fcck Kuchen habe ich mir redlich verdient!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht wollte ich dem Schnarchen entgehen, vielleicht war mir nur kalt. Die zwei Slivovicz und die gesch\u00e4tzten 3 Bier waren ein zuviel. 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