Tagung in Eppstein, was liegt da näher als im Anschluß nach Lorsbach zu fahren. So treffe ich mich abends mit Holger und wir erkämpfen uns ein paar Routen.

Nach dem Roten Spund 5+ und dem Grasbändchen 6- steigen wir die Schneeweißchen 7-
Der erste Meter hat es in sich und klippen und an einer schlechten Stelle in nur zwei Meter Höhe zu stehen, passen nicht zusammen. Entweder ich erkenne den richtigen Griff und Tritt einfach nicht, oder der Anfang ist wirklich so schlecht. Im weiteren Verlauf ist die Route kniffelig und ab und an braucht es Mut, aber wenn man den Untergriff über der letzten Exe erreicht hat, hat man es geschafft. Ein Zug noch und man ist durch. Am ersten Bühler der nachfolgenden Route seilen wir ab, um das Grasbändchen nicht zu blockieren.

Leider besetzen mehrere Kletterer die Fledermaus. Endlich ist wieder ein Päärchen fertig. Beide waren geklettert, teilweise zweimal – toprobe – kommen die “Bekannten” und übernehmen das Toprobe-Seil. So geht das ein halbes Dutzend Mal und langsam werde ich sauer.
Wir haben schon die gerade Schleife und den alten Weg geklettert, um niemanden zu stören, und der letzte Kletterer ist endlich unten, da kommt wieder einer und steigt in die Route ein. Weil er merkt, dass ich nicht begeistert bin fragt er noch, ob er lieber abziehen und das Grasbändchen klettern soll. Freundlich, wie ich manchmal bin, sage ich ihm, dass er ruhig noch klettern soll. Er sei ja von hier und sicher schnell. War er auch. Doch als er dann unten war, kletterte natürlich auch noch seine Frau. Jetzt @%&@@(/&!/&}&!!!

Irgendwann, die Sonne ist schon am untergehen, darf ich dann doch noch. Den unteren Bereich hatte ich ja schon letzte Woche mehr als verinnerlicht, der Bereich unter dem Überhang muss ich wohl noch mal genauer unter die Lupe nehmen, da komme ich weit nach rechts, bevor es über den Überhang geht.

Holger quält sich, dropt mehrfach und gibt, nachdem er die Exen gerettet hat, auf. Irgendwie hat er mental derzeit ein Loch. Verzettelt sich sogar beim einbinden.

Zum Schluß klettere ich die Edi. Meine Kraft ist nur noch 70% und mit einem gewissen Respekt steige ich ein, doch nach dem ich aus dem mittlerweile kalten Schatten in die im Sonnenuntergangslicht liegende Wand komme, macht die Route richtig Spaß. Einige lange Züge, wenige Haken, in der Mitte der Wand stehe ich auf einer Kante, flach an der Wand angelegt und schnaufe durch. Jetzt bin ich fertig, aber es ist ein Genuß, der nächste Haken ist fern, aber mit zwei, drei guten Zügen bin ich an einem perfekten Griff und kann klippen. Wunderbar.
Aber jetzt brauch ich doch eine Pause, da ich den Weg nicht erkennen kann. Ich gehe über links und merke rasch, dass ich besser über rechts gehen sollte. Die Finger sind platt. Ich würge die nächste Exe in den Haken und nutze einen Absatz zur Pause. Im zweiten Anlauf komme ich jetzt über das Quarzband, zu einer Verschneidung rechts. Ich weiß vom alten Weg, dass da ein Seitgriff ist, kann aber mit rechts kaum den Griff rechts daneben halten, klippe und brauch die nächste Pause. Jetzt passt wieder alles und ich gehe bis unter den Umlenker. Darüber ist ein fettes Loch, das greifen und man ist daheim. Ich überlege nicht lange, den Haken noch zu klippen, hier oben ist ein Sturz zwar sicher lang, aber problemlos. Ein beherzter Griff – sitzt – in den Sauschwanz einhängen. Geschafft.
Was eine geile Route. Schade, dass ich schon am Anfang nicht mehr volle Kraft hatte. Mein linker Ellenbogen ist auch nicht voll belastbar und ich muss viel zuviel mit rechts machen, aber in der Abendsonne ein absoluter Genuß!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert