Heute waren wir wieder mit ein paar Kindern unterwegs und im Sektor Zava sind für diese die besten Routen. Viel los ist eh nicht, aber im Zava ist eine Jugendgruppe. Und langsam werd ich närrisch, wenn ich so etwas sehe, aber ich lerne immer mehr über Jugendgruppenleiten im Klettern: So viele Routen, wie nur möglich, mit so wenig Seilen, wie vorhanden zu belegen. Und nach Möglichkeit niemanden anderen die Chance zu geben, dort zu klettern. Auch wenn ein Seil schon eine halbe Stunde nicht genutzt wird: „Da kommt gleich jemand“.  Auf die Ansage: „Ich nehm euer Seil dann wieder mit hinauf und hänge es ein“, reagiert man so: Schnell irgendein Mädchen gerufen, die nun dort klettern soll. „Tut mir leid, die Route ist belegt“.

Aber damit nicht genug. Die Gruppe, vier Seilschaften, belegen sechs Routen. Und das mit nur 4 Seilen. Da wird am Umlenker von Route eins in den Umlenker der danebenliegenden Route eingehängt. Und dann von Route eins die Nachsteiger in Route zwei und umgekehrt gesichert. So belegt man locker doppelt so viele Routen, wie man Seile hat. Lustig wird es, wenn man neben einer 4 eine 6+ belegt. Die steigt gar keiner hoch. Aber belegt ist sie trotzdem. Der Johannes könnte ja vielleicht doch mal versuchen…

Aber das ist noch gar nicht dreist genug. Eine andere Gruppe hat ein langes Seil und dann wird wie ein M gearbeitet. Man steigt mit dem ersten Ende des Seils in Route eins vor. Wenn man dann wieder unten ist klettert man mit dem zweiten Ende in Route zwei und hält die Seilmitte (an der gesichert wird) am Boden. Jetzt können rechts und links der Seilmitte zwei Sicherer die  Routen sichern. Optimiert ist es, wenn man dann nur noch einen in der Mitte hat, der mit einem Doppeltupe beide Routen bedient. Gesehen habe ich das noch nicht, aber irgendein Jugendleiter kommt da sicher noch drauf.

Der Österreicher, der nun sein Mädel hat klettern lassen, merkt, dass wir nicht nachgeben und da keiner mehr die Route klettern will, zieht er missmutig das Seil ab und macht so zwei Routen frei. Die Kroaten hinter uns freuen sich, wir und sie können mit unseren Kids klettern.

Die österreichischen Kids rufen immer wieder launisch „Hier gibt’s doch viele Routen, geht halt woanders hin.“ Und bewegen sich kein Stück vom Wandfuß weg, oder räumen ihre Taschen davon weg.

Das allerbeste aber ist der Gruppenleiter, der jenseits der Sechzig, immer noch kein Wort gesagt hat.
Er hat keinen Klettergurt und sichert seine Jugendlichen mit einer zu einer Acht gedrehten Bandschlinge, in die er einsteigt und einen Karabiner einhängt.

Echt ein tolles Klettervorbild!

Aber nun zu den Routen:

Mathias Sherpa ist dabei und ein neuer Kletterer, Sebastian vom Campingplatz.

Svenja steigt Cuja ti si bog i batina 5a vor und macht ihre Sache sehr gut. Auch Mathias und Inga gehen die Route. Ich steige derweil die Onaj tamo! 5a und auch die klettern die beiden anschließend. Dann richte ich Svenja die Zima 5c+ ein und Svenja geht auch die locker durch, Mathias hinterher.

Die Kanjon Special 6a, mit 31 Meter eine Herausforderung bei über 30 Grad. Im unteren Bereich ein toller Riss mit vielen Möglichkeiten, unter dem Dach ein Fingerloch neben einer Exe, dann ein beherzter Griff an den linken Teil des Überhangs. Oberhalb ein paar schöne Leisten, geht der Weg nach rechts in einen breiten Riss, den man gut spreizen kann. Direkt geht es nach oben. Tolle Route!

Bis alle durch sind dauert es eine Weile und so endet der Abend mit einer Spaghettiparty!

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