Fränkische Schweiz: Napoleon, Schlossbergwände, Walberla

Mit ziemlich müden Armen und dicken Kopf wache ich auf.
Was tue ich nur hier. Irgendwann fällt es mir wieder ein.
Richtig wach werde ich erst am Parkplatz am Napoleon. Ein strahlendblauer Himmel erwartet uns, die Sonne scheint wohlig warm und wir sitzen beim Frühstück, dem Bäcker in Gößweinstein sei Dank.

Männerfrühstück

Männerfrühstück

Wir haben es endlich geschafft. Der Napolen und kein Regen. Wer hätte das gedacht. Schnell haben wir das notwendige gepackt und sind die wenigen Meter bergab zum Fels gelaufen. Das ist doch endlich mal ein Zustieg, der mir gefällt.

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Napoleon

Wir gehen zum aufwärmen den Westriss 5+.
Diesmal lege ich noch weniger Keile oder Friends, irgendwie kommt mir alles an der Route logisch vor und nach dem zweiten Haken auf 10 bis 15 Metern, kann man eigentlich auch nicht mehr tief fallen. Diesmal haben wir einen Foto dabei und Holger knipst eifrig

Für die Route selbst

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einfach schön lang und immer dem Riss nach oben bis zum Umlenker oder Ausstieg. Einfach nur schön.

Daneben reizt mich seit Jahren die 7 von Kurt Albert. Freundschaftsweg. Aber genau da liegt das Problem. Was Kurt gefiel, deckt sich nicht unbedingt mit meinem Geschenk.
Und wenn dann eine Route von Kurt Albert auch noch Freundschaftsweg genannt wird, ahne ich, dass es vielleicht eher eine Verarschung ist.

Aber egal, eine 7 sollte doch machbar sein.

Der erst Haken hängt hoch, ist aber kein Problem, denn die Route ist auf den ersten Metern einfach. Trotzdem sollte man besser nicht abschmieren, sechs, sieben Meter in Tiefe sind kein Spaß.
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Dann wird es schon heftiger und am nächsten Vorsprung wird es garstig. Genau so hab ich mir das vorgestellt. Nach rechts lehnend kann ich mit der linken Hand eine Leiste halten und mit der rechten auf gleicher Höhe eine Kante. So kann man die Füße höher stellen, um mit links auf eine Nase zu greifen. Hört sich einfach an, gestaltet sich schwierig.

Die Route bleibt dementsprechend rechts des Haken, um dann weit nach links zu wechseln. Vor dem nächsten Band wird die Tor biestig. Wenn man man das Band hat, als Untergriff eignet sich eine Leiste. Problematisch nun, dass man immer weit über die Haken muss und das aufgrund der Länge der Route langsam die Kräfte schwinden.

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Die Löcher und Tritte werden immer kleiner, manchmal nur ein Fingerloch. Am letzten Haken schaffe ich es noch die Exxe einzuclippen, aber zum clippen den Seils reicht die Kraft nicht mehr. Ich hänge an der Exxe und clippe und bin froh zumindest durch zu sein. Wir steigen nicht aus, sondern ich seile ab. Holger ist dran.
Mittlerweile hat es zugezogen und der Wind pfeift kalt vom Tal herauf.
So lange Holger klettert wird mir zunehmend kälter und als Holger wieder auf der Erde weilt bin  ich durchgefroren.
Wir beschließen zum nächsten Gebiet weiter zu fahren.

Die Route ist schön, zuweilen heftig, mit 7 gut bewertet, könnte auch eine 7+ sein.

Wir fahren langsam in Richting Forchheim und machen einen spontanen Abstecher an die Schloßwände bei Burggaillenreuth.
Da wir den Weg nicht gleich finden, landen wir am Ortsrand bei einigen Häusern und wir können gar nicht so schnell das Auto verlassen, wie ein Anwohner uns hinweisst, dass wir da nicht stehen könnten. Eine normale Straße, kein Verkehr, keine Einfahrt. Warum also nicht?
Er regt sich dann über die Kletterer auf und das am Ortsrand einen Parkplatz gebe und blablabla. Also ich meinte: „Dann fahren wir jetzt dahin“ War er ziemlich erstaunt, wollte irgendwie weiter meckern. Aber ich nahm dem armen Mann den Wind aus den Segeln.
Am Parkplatz nahmen wir dann die 2000 Mehr Meter auf uns. Was tut man nicht alles. Die Sonne war mittlerweile wieder erschienen und so trabten wir über eine Wiese dem Wald entgegen.
Nach einem viertlstündigem Marsch kamen wir endlich bei der Schlosszwergwand an.

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Eine Familie kletterte bereits dort. Wir machten es und erst einmal in einer einfachen 6-. Dem Fuchsschwanz 6-
Aber einfach? Der Einstieg ist hoch, dann die Griffe schlüpfrig. Im Mittelteil die Griffe spärlich und am Ende wie man eine 6- erwartet.

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So angewärmt gehe ich die nebenan liegende Frühstück im Treibhaus. Ohne den Arsch an den Baum zu stützen ist die Route vielleicht schwerer, aber den Baum mit zu benutzen macht einfach Spaß. Also nutze ich den „Baumkamin“ Im Mittelteil die Crux, viel Reibung, wenig griffiges und man bekommt die Schuhe nirgends ordentlich gestellt. Nach rechts gehend kann man wieder Griffe erreichen. Der Rest geht dann ganz über links nach oben. Nett.

Wir ziehen weiter, schauen uns die Schlosserei an. Zu schwer für heut.
Das Gebiet ist riesig und wir entdecken die Schlossbergzwillinge.
Endlich mal hoch. 35 Meter?

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Wir sind beide platt und entscheiden uns für die Foto Kante 6-
Wirklich eine nette Kletterei. Einfach dazu, nur ganz oben finde ich beim ersten Versuch nicht die Linie und versuche den geraden Weg.
Beim zweiten Versuch gehe ich links um die Kant, dort bleibt es einfach bis zum Umlenker.

Lang, aber wirklich schön.

Wir sind bedient, für eine weitere Route fehlt die Kraft und wir haben Hunger. Kaffee und Kuchen.
Das wär jetzt was.

Auf dem Rückweg sehen wir dann echte Kletterer. Eine 10 im Überhang. Coole Jungs aus Tschechien.

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Im Wohnmobil duschen wir und fahren Richtung Forchheim nach Hause.
Mittlerweile ist keine Wolke mehr am Himmel und die ganzen Ausflügler tun es und gleich und wollen nach Hause.
Wir stehen immer wieder im Stau. In der Ferne prangt der Tafelberg Walberla. Kurzentschlossen biege ich von der Hauptstraße ab und wir fahren zum Kaffee am Fuß des Hügels.
So ein Stück Kuchen weckt Wunderkräfte.
So fertig wir auch sind, der Tafelberg lockt und wir wandern mit kleinem Gepäck den Berg hinauf.

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Hätte ich geahnt, dass es noch 45 Minuten zu laufen sind, wären wir sicher nicht gegangen, so aber trafen wir noch vor Sonnenuntergang an den Kletterfels ein und konnten die Edelweißverschneidung 5+ klettern. Abgesehen davon, dass die ersten Meter die schwersten sind und man erst darüber den ersten Haken hat, eine schöne Route. Irgendwie störten mich die weiten Abstände nicht mehr. Dazu war alles zu griffig und ich mir sicher, alles greifen zu können.
Holger war platt und so ging ich die letzte Tour alleine: Sekundant 7-

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Wobei ich unten wohl zu weit links lief, oben gings dann zum Umlenker auf der richtigen Route. Schöne Tour.
Am allerbesten aber: Als ich oben ankam, ging vor mir über der Ebene von Forchheim die Sonne unter.
Ein tolles Bild.

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Der Heimweg war dann natürlich weit, dafür die Autobahn mittlerweile leer. Hat auch seine Vorteile lange zu klettern.

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